Beim zweiten Kind wird alles anders…?

Welche Mutter kennt das nicht? Beim ersten Kind macht man ganz unbedarft Dinge, die man später bereut. Bei uns war es zum Beispiel, dass wir unsere Tochter an das Einschlafen bei Wippbewegungen in Kinderwagen und am Pezziball gewöhnt haben. Aus einer Not heraus haben wir eine Gewohnheit geschaffen, die uns den Alltag langfristig eher verkompliziert als erleichtert hat. Aber beim ersten Kind fehlte uns einfach die Erfahrung. Beim zweiten wird alles anders. Oder?

Hormone beeinflussen uns mehr als wir denken

In meinen beiden Schwangerschaften bin ich immer extrem zur Öko-Tante mutiert. Das bedeutete bei mir nicht nur Naturkosmetik, Naturheilmittel und Bio-Gemüse. Vor allem in der ersten Schwangerschaft bedeutete das auch, mich mit Dingen auseinander zusetzen wie Attached Parenting, Familienbett, Langzeitstillen und so weiter. Das einzige, was für mich nie in Frage kam, waren Stoffwindeln. Nachdem uns unsere Tochter schon gezeigt hatte, dass Kinder nicht planbar sind und Stillen keineswegs so einfach geht wie es scheint, habe ich auch für mich festgestellt, dass Attached Parenting, Tragetuch und Familienbett einfach nichts für mich sind. Langzeitstillen kam bei K. sowieso nicht in Frage, da sie nur das Fläschchen nahm und ich abpumpen musste.

Oft kommt es anders als man denkt

Bei unserem Sohn war mir von vorne herein klar: Attached Parenting und Familienbett kommen nicht in Frage. Ich wollte ihn gleich ins Gitterbett legen, von Anfang an, und das Beistellbett auslassen. Bei einem Flaschenbaby hätte es vielleicht auch so geklappt, aber nachdem A. mit seinem stündlichen Stillrhythmus die ersten Wochen sowieso nur bei mir geschlafen hat, und jedes Mal wach wurde, wenn ich ihn in sein Bett gelegt habe, landen wir bis heute (er ist jetzt 17 Wochen alt) nach der ersten nächtlichen Stillmahlzeit unfreiwillig im Familienbett. (Davor schläft er 2-3 Stunden in seinem Bettchen, immerhin etwas.) Auch wenn dieses kuschelige Schlafen ab und zu doch ganz nett ist, will ich ihn meinem Rücken zuliebe langfristig im Gitterbett haben. Aber nachdem das Stillen immer noch nicht „so meins“ ist und ich in den nächsten Wochen abstillen möchte, klappt das hoffentlich bald.

Nicht zu viel vornehmen

Das ist nur ein Beispiel dafür, dass die Kleinen uns Eltern schon von Beginn an zeigen, was sie möchten und brauchen, und dass wir selbst das nur bis zu einem gewissen Grad beeinflussen können, gerade in den ersten Lebensmonaten. Darum mein Tipp für alle, die gerade ihr erstes, zweites, drittes usw. Kind erwarten: nehmt euch nicht zu viel vor, was ihr alles machen und nicht machen wollt. Die Kinder wollen es oft eh anders. Wie gerne wollte ich eine Tragemama sein und Stillen beim ersten Kind, meine Tochter wollte aber nicht. Heute sehe ich, dass es gut und richtig ist, wie es gekommen ist. Darum am besten locker angehen, alles entspannt auf sich zukommen lassen und sich alle Möglichkeiten offen halten. Als Mutter wird man von der Gesellschaft und seinem sozialen Umfeld schon genug unter Druck gesetzt was die Kindererziehung angeht – versucht für euch selbst die ganze Sache entspannt anzugehen. Denn nur eine (halbwegs) entspannte Mama ist eine gute Mama – egal ob mit Flasche oder Stillen, Tragetuch oder Kinderwagen, Beistellbett oder Familienbett. Es ist die Liebe, die ihr euren Kindern entgegenbringt, die zählt. Alles andere ist zweitrangig.

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