Gastbeitrag: Selbstständig nach der Karenz?

In einem Gastbeitrag erzählt uns Claudia heute, was zu beachten ist wenn man sich in Österreich selbstständig machen möchte. Mit ihrem Unternehmen Starkklar wird die selbstständige Bilanzbuchhalterin auch auf der Zwergerlmesse, die im Herbst in Wels stattfindet, vertreten sein, um in Vorträgen über Kinderbetreuungsgeld und Sonderausgaben zu informieren.

„Ich bin Claudia, arbeite leidenschaftlich gerne mit Zahlen und habe schon seit 16 Jahren mit
Buchhaltung und Steuern zu tun. Der Wunsch nach meiner Selbstständigkeit war schon immer sehr groß, ich war als Angestellte schon lange nicht mehr glücklich. Und so entschloss ich mich für diesen Schritt und gründete ein Monat, bevor ich schwanger wurde, mein Unternehmen StarkKlar e.U.

Nur meine Tochter veränderte alles! Mein anfänglicher Wunsch, Jungunternehmern zu helfen,
wandelte sich bald in meine Herzensvision, anderen selbstständigen Müttern zu helfen, ihr Business aufzubauen und die Angst vor Buchhaltung und Steuern zu verlieren. Und das online.
Und so kam es, dass ich nun Onlineberatungen durchführe, Workshops und Onlinekurse zu den
Themen Buchhaltung und Steuern anbiete aber auch selbst Buchhaltungen und Jahresabschlüsse erstelle, wenn die Mama damit eigentlich gar nichts zu tun haben möchte!
Es sind schwierige Entscheidungen, gerade, wenn man in Karenz ist und oft nicht weiß, wie es danach weitergeht. Kann man wieder in den alten Job zurück, wie vereinbart man die Arbeitszeiten mit der Kinderbetreuung? Oder vielleicht will man auch gerne so lange wie möglich beim Kind zu Hause bleiben aber es ist finanziell einfach nicht machbar.

Genau deshalb entsteht dann oft der Wunsch nach eigenen Selbstständigkeit. Flexibel zu sein bei den Arbeitszeiten, bei der Kinderbetreuung und bei dem, was man tut. Hinzu kommt aber natürlich die Angst vor dem Ungewissen. Wie mache ich mich sich selbstständig?
Verdiene ich dann genug? Wie versichere ich mich, wie organisiere ich mir dann die Buchhaltung, muss ich vielleicht dann Steuer nachzahlen?

Oft wird gestartet, während man noch angestellt ist. Hier ist zu beachten, unbedingt mit dem
Arbeitgeber darüber zu sprechen, ob eine Nebenbeschäftigung während der Angestelltentätigkeit überhaupt erlaubt ist. Auch dann, wenn man eigentlich noch in Karenz ist aber beim Arbeitgeber gemeldet ist.

Der Schritt zur Wirtschafskammer ist der erste Schritt, um herauszufinden, ob du spezielle
Ausbildungen benötigst, um mit deinem Business starten zu können. Ist das geklärt, kannst du die Gewerbeanmeldung durchführen.

Ab dem Tag der Gründung hast du ein Monat Zeit, um dem Finanzamt deine Selbstständigkeit
mitzuteilen. Und dann wird noch die Sozialversicherung informiert. Bis zu einem jährlichen Gewinn von EUR 5.256,60 (Grenze 2018) zahlst du keine Beiträge für die Pensions- und Krankenversicherung. Wichtig ist, hier zu beachten, dass du dich unbedingt mit deinem Partner mitversichern lässt, wenn du kein Kinderbetreuungsgeld mehr beziehst!

Es gehört viel MUT dazu, den Schritt ins Unternehmertum zu wagen. Und es ist auch von großem
Vorteil, wenn der Partner dahintersteht und unterstützt! Aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ich mich jederzeit wieder für die Selbstständigkeit entscheiden würde!“

Vielen Dank an Claudia für den informativen Beitrag!

2 Gedanken zu „Gastbeitrag: Selbstständig nach der Karenz?

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