Modern Feminism #grlpwr

Dass unsere Gesellschaft und Kultur vom Patriarchat geprägt ist, ist kein Geheimnis. Nicht umsonst sind fast alle Staatsoberhäupter in der Geschichte männlich, nicht umsonst verehren fast alle Glaubensrichtungen hauptsächlich männliche Götter. Seit Jahrhunderten kämpfen mutige Frauen darum, gehört und gesehen zu werden, und die gleichen Rechte eingeräumt zu bekommen wie Männer.

Gleichberechtigung?

Dieses Jahr feiern wir ein Jubiläum – seit 1918 nämlich dürfen Frauen in Österreich wählen. Dieses Wahlrecht wurde Frauen ganze 11 Jahre später eingeräumt als Männern. In unserer heutigen Zeit kaum noch vorstellbar, oder? Wir leben im 21. Jahrhundert, und doch gibt es immer noch große Differenzen zwischen der Behandlung von Frauen und Männern. Dies zeigt sich vor allem im Job. Frauen bekommen meist um einiges weniger Gehalt als ihre männlichen Kollegen, haben weniger Aufstiegschancen und leisten dabei oft mehr Arbeit. Auch in der Familie wird vorausgesetzt, dass die Frau nach der Geburt eines Kindes die erste Zeit zuhause bleibt, und danach wenn, dann nur Teilzeit arbeiten geht. Wenn „Frau“ früher wieder in den Job zurück will, bekommt sie meist von allen Seiten abschätzige Blicke und Kommentare. Zu Zeiten unserer Mütter (ich spreche hier für meine Generation, den sogenannten „Millennials“) war es eben noch üblich, dass die Frauen brav zuhause blieben, sich um die Kinder kümmerten, und erst nach einigen Jahren wieder in den Beruf zurückkehrten, sofern es finanziell für die Familie möglich war.

Es tut sich was

Nichts desto trotz kommt Bewegung in die ganze Sache. Ich beobachte in letzter Zeit immer mehr, dass Unternehmen Ihren Werbefokus verstärkt auf Feminismus und Frauenpower (z.B. Bipa mit der Kampagne #grlpwr) setzen. Auch Filme und TV Serien setzen verstärkt auf weibliche Hauptrollen. Wir haben eine starke Generation an Frauen vor uns, die als Millennials mit dem Wissen aufgewachsen sind, dass alles möglich ist. Wir haben einen nie da gewesenen Zugang zu Informationen und Technologien, die sich rasant weiterentwickeln. Das macht es möglich, sich auch ohne Institutionen ständig weiterzubilden und auf dem Laufenden zu bleiben. Das Internet und Social Media haben außerdem neben einer ganz neue Bandbreite von Berufszweigen auch die Möglichkeit geschaffen, sich weltweit zu vernetzen. Jeder hat eine Stimme in der online Welt, und jede Stimme hat die Chance gehört zu werden.

„When women support each other, incredible things happen.“ – Unknown

Girlpower statt stutenbissigkeit

Für unsere und kommende Generationen von Frauen tun sich also gerade viele Möglichkeiten auf. Wo ich diesen modernen Feminismus noch etwas vermisse, ist im Berufsalltag. Oft versuchen Frauen am Arbeitsplatz, sich gegenseitig auszustechen, anstatt zusammen zu arbeiten und sich zu unterstützen. Das Problem sehe ich immer wieder in Unternehmen und Organisationen, und leider nicht nur zwischen Kolleginnen unterschiedlichen Alters. Auch die jetzige Generation an jungen Frauen ist oft damit beschäftigt, sich gegenseitig zu sabotieren. Dabei könnten wir so viel mehr erreichen, wenn wir besser netzwerken und unseren Kolleginnen ab und an unter die Arme greifen würden.

Girls rule the world

Ich hoffe für alle zukünftigen Generationen an Frauen, dass sich dieser moderne Feminismus weiter zieht, und dass Frauen aufhören, gegeneinander zu arbeiten anstatt miteinander. Wir Frauen sind stärker als wir glauben, nur wir stellen unser Licht viel zu oft unter den Scheffel. Dabei sollten wir nicht zulassen, dass irgendjemand uns „kleiner“ macht, als wir sind – auch wir selbst nicht. Was ich meiner Tochter für die Zukunft mitgeben möchte? Dass eine Frau alles schaffen kann, wenn sie nur will. Und wenn wir es schaffen, eine weitere Generation von starken, unabhängigen Frauen zu erziehen, habe ich Hoffnung dafür, dass wir auch bald eine echte Gleichstellung von Frauen und Männern erreichen können.

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