Apfelessig selbst herstellen – so einfach geht´s

Apfelessig ist unglaublich vielseitig. Wir verwenden ihn gerne in der Küche. Man kann ihn aber auch als saure Rinse für die Haare nehmen, oder als natürliches Reinigungsmittel. Apfelessig zu kaufen, kann teuer werden, außer ihr braucht nur geringe Mengen. Wie ich kürzlich selbst ausprobiert habe, kann man den Essig aber auch kinderleicht selbst machen.

Apfelreste, Wasser und Geduld

Ihr seht schon, viel braucht man nicht. Wenn mein Mann Dörräpfel macht, verwerte ich die Reste zu Essig. Man braucht nämlich nur ein paar Apfelreste (Schalen, Kerngehäuse, etc.). Manchmal nehme ich auch Äpfel, die faulige Stellen aufweisen, oder Reste von den Kindern, wenn sie mal wieder ganze Äpfel essen wollen. Bevorzugt solltet ihr natürlich Bio Äpfel verwenden. Diese in einer großen Schüssel oder einem Einmachglas mit kalten Leitungswasser ansetzen. Die Apfelreste sollten ca 2 cm mit Wasser bedeckt sein. Das ganze wird mit einem Geschirrtuch bedeckt und muss etwa eine Woche stehen – abhängig von den Temperaturen. Am besten kühl stellen, während einer Hitzeperiode geht es manchmal trotzdem schneller. Täglich umrühren ist wichtig, damit sich kein Schimmel bildet. Nach einigen Tagen bildet sich weißer Schaum an der Oberfläche. Wichtig ist auch, dass ihr sauber arbeitet und alle Utensilien vorher gereinigt wurden.

Alternativ könnt ihr auch eine Hand voll Zucker dazu geben, dann bilden sich schneller Bläschen und der Ansatz kann schon nach 2-3 Tagen abgeseiht werden – wenn es mal schneller gehen muss. Ansonsten filtert ihr den Ansatz, der schon gut nach Essig riecht, nach einer Woche durch ein Geschirrtuch. Die Apfelmasse kann dabei kompostiert werden. Den unreifen Essig füllt ihr dann in große Einmachgläser, die mit einem Geschirrtuch bedeckt werden und nochmal 6 Wochen kühl stehen müssen. Bitte nicht zuschrauben, der Essig muss noch atmen.

Während dieser Zeit wird der Essig dunkler und es bildet sich die sogenannte „Essigmutter“ – eine gelartige Masse, die sich an der Oberfläche bildet und dann zu Boden sinkt. Diese ist völlig unbedenklich und kann im Essig verbleiben. Wer das nicht mag, kann sie auch absieben – am besten durch einen feinen Kaffeefilter. Es kann sich aber auch im abgefüllten Essig noch „Mutter“ nachbilden.

So sieht eine Essigmutter an der Oberfläche aus.

Nach 6 Wochen rieht der Essig eindeutig nach Apfelessig. Er kann nun in Flaschen umgefüllt werden. Vor Gebrauch schütteln, damit sich evtl. noch gebildete „Essigmutter“ mit dem Essig vermischt. Der Geschmack des Essigs reift übrigens mit der Zeit noch weiter. Außerdem wird der Essig süßer, je süßer die Äpfel waren. Wenn ihr säuerliche Äpfel nehmt, bekommt ihr säuerlichen Essig, bei süßen Äpfeln wird er süßlich.

Und fertig!

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