Salben herstellen

Bei mir ist gerade hochsaison in der Salbenküche. Die meisten Ölauszüge vom Sommer sind fertig und können verarbeitet werden. Dabei gehe ich nach einem ganz einfachen Grundrezept vor.

Ölauszüge

Wenn ihr die Wirkstoffe von Pflanzen für Öle und Salben ausziehen möchtet, gibt es dafür zwei Varianten.

Kaltauszug

Ihr könnt die Wirkstoffe ausziehen, in dem ihr das Pflanzenmaterial (Blätter, Blüten, Wurzeln) zerkleinert und ein Glas zu 1/3 damit füllen. Mit einem Öl eurer Wahl aufgießen. Beim Öl solltet ihr nach Möglichkeit ein kaltgepresstes in Bio Qualität verwenden. Das Glas nicht verschließen, sondern mit einem Tuch bedecken, damit die Restfeuchte aus dem Pflanzenmaterial entweichen kann. Täglich schwenken und für 6-8 Wochen ziehen lassen. Danach könnt ihr das Öl abseihen und verwenden.

Wenn ihr das Glas doch verschließt, dann öffnet es die ersten 2-3 Wochen täglich ein paar Minuten, bevor ihr es schüttelt. Ansonsten kann es passieren, dass das Öl kippt und zu gären beginnt.

Johanniskrautöl wird im Kaltauszug nach einigen Wochen rötlich bis tiefrot.

Warmauszug

Wenn es schneller gehen soll, erhitzt ihr das Öl in einem kleinen Topf oder im Wasserbad. Es soll dabei nicht zu heiß werden – also nicht kochen, sondern nur leicht erhitzen. Die Pflanzen werden dann im heißen Öl für 30 – 60 Minuten ausgezogen. Danach abseihen und abkühlen lassen oder gleich zur Salbe verarbeiten.

Das fertige Johanniskraut Öl für die Salbe.

Salben Grundrezept

Ich mache meine Salben alle nach einem ganz einfachen Grundrezept.

  • 100 ml Ölauszug
  • 10 g Bienenwachs

Der Ölauszug eurer Wahl wird vorsichtig im Wasserbad oder Salbenstövchen erwärmt. Das Bienenwachs könnt ihr gleich ins kalte Öl dazu geben. Sobald das Öl warm genug ist, schmilzt das Bienenwachs und verbindet sich mit dem Öl. Wichtig dabei ist, häufig umzurühren und das Öl nur ganz vorsichtig zu erhitzen, damit es nicht zu heiß wird. Durch zu viel Hitze gehen euch nämlich sonst wichtige Inhaltsstoffe im Ölauszug verloren.

Nach diesem Rezept könnt ihr praktisch jede Salbe herstellen. (z.B. Ringelblume, Johanniskraut, Beinwell, Arnika, Spitzwegerich, …) Wenn ihr möchtet, könnt ihr auch noch 1-3 Tropfen einer Tinktur oder Vitamin E zu der Salbe geben, oder mit anderen Fetten wie Olivenbutter oder Kakaobutter (etwa 5 g auf das Grundrezept machen die Salbe geschmeidiger) experimentieren. Wenn ihr Flüssigkeiten mit hinein nehmt in die Salbe, müsst ihr aber aufpassen, wirklich ganz niedrig zu dosieren. Ansonsten wird die Salbe nicht stabil und ihr braucht einen Emulgator, damit sich alles verbindet. Daher bleibe ich meistens bei dem einfachen Grundrezept.

Die Salbe ist fertig! In den Tiegeln kühlt sie jetzt aus und wird fest. 🙂 Ohne kleckern geht es bei mir meistens nicht 😉

In der nächsten Zeit werde ich euch immer wieder einzelne Salben im Detail vorstellen, damit ihr über die Möglichkeiten und Wirkungen Bescheid wisst.

Viel Spaß in der Salbenküche!

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