Ashwagandha: Immunbooster und Schlafhelfer

Kooperation / Gastbeitrag von Jennifer Ann Steinort

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Ashwagandha taucht gerade rechtzeitig am Superfoodhimmel auf. Schließlich sorgt das nasskalte Wetter dafür, dass unser Immunsystem ordentlich leidet. Den exotischen Pflanzenextrakten wird eine Vielzahl von Wirkungsweisen nachgesagt. So soll Ashwagandha das Immunsystem positiv beeinflussen und den Körper sowie die Seele entspannen. Deshalb wird das ayurvedische Kraut bei Stress, Schlafproblemen und bei Infektanfälligkeit empfohlen.

Auch Studien liefern wichtige Hinweise darauf, dass Ashwagandha dem Körper unter die Arme greifen kann.

Was ist Ashwagandha?

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Ashwagandha stammt nicht von hier. Das Kraut wächst in Indien, Afghanistan und Pakistan. Die Heilpflanze wird zu der Familie der Nachtschattengewächse gezählt und seit über 3000 Jahren in der Naturheilkunde eingesetzt, wie indische Überlieferungen beweisen.

Die Pflanzenauszüge werden den „Adaptogenen“ zugeordnet. Dabei handelt es sich um biologisch aktive Pflanzenstoffe, die dem Organismus helfen sollen, sich stressigen Situationen anzupassen.

In Indien wird Ashwagandha seit Jahrhunderten bei einer Vielzahl von Beschwerden und Krankheiten eingesetzt. Trotz ihres guten Rufes, wird die Königin des Ayurveda, wie Ashwagandha auch genannt wird, erst seit einigen Jahrzehnten wissenschaftlich untersucht.

Übrigens: Ashwagandha hat noch weitere Namen, die sich unter anderem von ihrer potentiellen Wirkung ableiten. So wird das Heilkraut auch als Schlafbeere, Winterkirsche oder indischer Ginseng bezeichnet.

Ashwagandha – eine Pflanze, viel Wirkpotenzial

Probleme mit dem Gedächtnis? Hierbei soll Ashwagandha Abhilfe schaffen, indem sich die Pflanzenbestandteile förderlich auf die Gehirnleistung und Konzentration auswirken. Daher auch die alternative Bezeichnung „Indischer Ginseng“.

Das Huntington College of Health Sciences wollte herausfinden, welche Wirkungen der Powerpflanze noch nachgesagt werden können. Sie erstellten eine Übersicht, die das Potenzial zusammenfasst.

Demnach soll Ashwagandha Folgendes bewirken:

  • fördert das Immunsystem
  • löst Ängste
  • bekämpft Entzündungen
  • lindert Stress
  • kurbelt den Energielevel an
  • fördert innere Ruhe

Ashwagandha scheint also vielseitig einsetzbar zu sein. Forscher führen das auf die zahlreichen Inhaltsstoffe, die in der Heilpflanze enthalten sind, zurück. Als wichtigste Vertreter gelten Amino- und Fettsäuren, Withanolide, Alkaloide und Choline.

Besonders praktisch: Jeder Bestandteil von Ashwagandha kann verzehrt werden. So können Wurzeln, Blätter, Samen, Stängel, Beeren, Blüten und die Rinde zum Einsatz kommen.

Ashwagandha kann das Immunsystem pushen

In den Wurzeln und Blättern der Heilpflanze kann das sogenannte Withanolid A nachgewiesen werden. Forscher konnten Hinweise darauf finden, dass der Pflanzenstoff das Immunsystem unterstützt. Insbesondere durch Stress kann das Immunsystem Mitleidenschaft gezogen werden.

Früher hat die Kampf-oder-Flucht-Reaktion das Überleben gesichert. Das Immunsystem wurde dabei heruntergefahren, da es in diesen Situationen nicht wichtig war. Heute befinden wir uns aber nicht selten im Dauerstress, was sich auch auf unser Immunsystem auswirkt. Infektanfälligkeit ist die Folge.

Withanolid A soll in der Lage sein, dass Herunterfahren des Immunsystems bei Stress auszugleichen. Zudem soll der Pflanzenwirkstoff Entzündungen entgegenwirken und die Anzahl der Immunglobuline erhöhen.2-6

Ashwagandha bei Schlafproblemen

Schon wieder eine schlaflose Nacht? Ein unruhiger Schlaf zehrt nicht nur an den Nerven, sondern kann sich auch negativ auf die Gesundheit auswirken. Schließlich benötigt der menschliche Organismus dringend die Nachtruhe, um sich zu regenerieren.

Eine der häufigsten Gründe für eine gestörte Nachtruhe ist Stress. Er kann das Einschlafen verzögern oder zu häufigem Aufwachen führen. Aufgrund der adaptogenen Eigenschaften wird Ashwagandha auch bei stressbedingten Schlafproblemen eingesetzt.

Auch hier sind die enthaltenen Withanolide wichtige Helfer, die das Immunsystem und das neuroendokrine System trotz Stress aufrechterhalten. Anhand von Tierversuchen konnten Wissenschaftler feststellen, dass Ashwagandha schlaffördernde Pflanzenstoffe vereint. Diese sollen sowohl den Einschlafprozess als auch die Schlafqualität verbessern. Im Mittelpunkt steht Triethylenglycol (TEG), eine aktive Komponente der Pflanze Ashwagandha. 

Sorgen nicht Stresszustände für schlaflose Nächte, sondern Angstgefühle? Auch hier könnte die Powerpflanze Ashwagandha Abhilfe schaffen, denn sie soll laut einer Studie angstbedingte Schlaflosigkeit um bis zu 70 % reduzieren können. Um das beweisen zu können, haben Studienteilnehmer über 8 Wochen hinweg 300 mg Ashwagandha-Extrakt eingenommen.

Fazit

Bei Ashwagandha handelt es sich um eine Heilpflanze, die vor allem in Indien, Pakistan und Afghanistan beheimatet ist. Auch hierzulande wird sie immer beliebter, denn sie soll Stresszustände lindern, den Schlaf fördern und das Immunsystem anregen. Mithilfe von Studien konnte festgestellt werden, dass Ashwagandha wertvolle Inhaltsstoffe vereint. Hierzu zählen Triethylenglycol (TEG), Withanolide, Alkaloide und Choline.

Die Heilpflanze kann aber nicht nur dabei helfen, Schlafprobleme zu beseitigen und das Immunsystem bei der Stange zu halten, sondern kann Ihren Körper auf vielfältige Weise unterstützen.

Quellen:

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